„Goldwater Rule“ und „Trump Duty“ I
[Dieser Blogbeitrag fungiert als ein Spin-Off zum Ende November 2024 erscheinenden Essay des Autors: „Politische Polarisierung in den USA, anno 1964. Barry M. Goldwater als Präsidentschaftskandidat und sein Gespenst“, in: Zeithistorische Forschungen, 3/2023. Er erscheint in zwei Teilen. Der zweite Teil folgt am kommenden Mittwoch.]

On occasion psychiatrists are asked for an opinion about an individual who is in the light of public attention or who has disclosed information about himself/herself through public media. In such circumstances, a psychiatrist may share with the public his or her expertise about psychiatric issues in general. However, it is unethical for a psychiatrist to offer a professional opinion unless he or she has conducted an examination and has been granted proper authorization for such a statement.1
Im Jahr 1973 erließ die American Psychiatric Association (APA) jene Anweisung, die als „Goldwater Rule“ Berühmtheit erlangen sollte. Psychiater:innen wurde dabei untersagt, öffentlich Ferndiagnosen über Personen zu stellen, die im Licht der Öffentlichkeit stehen. Dies war die verzögerte Reaktion auf eine Kontroverse, die sich im US-Präsidentschaftswahlkampf 1964 zugetragen hatte. Für die Republikaner kandidierte damals der konservative Senator aus Arizona Barry M. Goldwater, der aufgrund seiner teilweise als „extremistisch“ wahrgenommenen Inhalte und seines emotional-populistischen Auftretens auf enormen Widerstand im politischen liberalen Spektrum und in Teilen der Medien stieß.

Vor diesem Hintergrund veröffentlichte der New Yorker Journalist und Provokateur Ralph Ginzburg in seinem Magazin Fact die Sonderausgabe The Unconscious of a Conservative: A Special Issue on the Mind of Barry Goldwater. Sie enthielt dutzende Beiträge von Psychiater:innen, die Einschätzungen über Goldwaters Psyche teilten und ein größtenteils verheerendes Urteil fällten: Man sprach etwa von „paranoider Schizophrenie“, „Infantilität“, „Realitätsverlust“, emotionaler Instabilität“, „Impulsivität“, „Psychose“, „Größenwahn“ und zog sogar Rückschlüsse auf Goldwaters Sexualität. Der Politiker wurde damit (in teils extrem pejorativer Wortwahl) als untauglich für das Amt des Präsidenten erklärt.

Goldwater verlor die Wahl hoch, wobei der Einfluss der Fact-Ausgabe darauf als eher marginal einzuschätzen ist. Dennoch klagte er später gegen Ginzburg und dessen Helfer:innen, wobei er schließlich Recht bekam und ihm 75.000 US-Dollar Entschädigung zugesprochen wurden. Der gesamte Vorgang wurde in der Folgezeit eher als kuriose Grenzübertretung von Seiten Goldwaters Widersachern angesehen. Auch die APA hatte sich direkt um die Veröffentlichung von The Unconscious of a Conservative herum strikt davon distanziert und die Partizipation ihrer Mitglieder:innen hart verdammt.2
Viele Jahrzehnte später entstand mit dem Auftreten von Donald J. Trump als Kandidat der Republikaner im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen 2016 eine neue Situation. Als klar wurde, dass die politischen Ambitionen des Geschäftsmanns und der Medienpersönlichkeit dieses Mal mehr darstellten als einen bloßen Publicity-Stunt, regte sich erneut eine öffentliche Debatte unter Psychiater:innen, Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen über die Frage, ob und inwieweit Trump eine Ausnahme von der „Goldwater Rule“ darstellen müsse.

Der Psychiater Robert Klitzman etwa argumentierte auf der Onlineplattform der New York Times, dass es aus professioneller Perspektive keinerlei Anlass gäbe, Ferndiagnosen und ein Eingreifen in den politischen Meinungsbildungsprozess zu re-legitimieren, da im Falle von Trumps politischer Kandidatur kein exzeptioneller Zustand erkennbar sei, der die der „Goldwater Rule“ zugrunde liegenden ethischen Grundüberlegungen obsolet mache.3 Seiner Position schloss sich wenig später die American Psychological Association (APA) an, die dabei ihre eigene Haltung als similär zum geltenden Grundsatz ihrer psychiatrischen Kolleg:innen erklärte.4

Die (psychiatrische) APA wiederum erneuerte ihr Bekenntnis zur „Goldwater Rule“ öffentlich im März des darauffolgenden Jahres – allerdings damit fast zwei Monate nach der Amtseinführung des Wahlsiegers. Argumentiert wurde dort nicht zuletzt mit der Gefahr, als vordergründig unpolitische (medizinische) Profession der Spaltung des Landes weiteren Vorschub zu leisten und von den Medien als Werkzeug missbraucht zu werden, was letztlich mehr Leid unter (potentiellen) Patient:innen erzeugen würde.5
Tatsächlich wurde die „Goldwater Rule“ im Falle Trumps diverse Male verletzt oder gebrochen. Psycholog:innen und Psychiater:innen meldeten sich in Massen- und Fachmedien zu Wort, um die Schlussfolgerungen, die sie aus ihrer Fernbeobachtung des Politikers und Menschen Donald J. Trump gezogen hatten, mit der Gesellschaft zu teilen. Vorherrschend glaubte man eine narzisstische Persönlichkeitsstörung zu erkennen, die sich negativ auf die Eignung als Präsident auswirke.6 Der Psychologieprofessor Dan P. McAdams zog in seinem Trump-Psychogramm Zusammenhänge zwischen Trumps Persönlichkeit und dem, was in der Folge an Verhaltensweisen von einem Individuum wie Trump zu erwarten sei, das in den Besitz solch umfassender Macht gelange, wie sie das Amt des Präsidenten der USA mit sich bringe. Aus dieser Prognose ergab sich für McAdams das Bild eines Semiautokraten, der mithilfe von Angst, Lügen und Gewalt regieren würde:
In sum, Donald Trump’s basic personality traits suggest a presidency that could be highly combustible. One possible yield is an energetic, activist president who has a less than cordial relationship with the truth. He could be a daring and ruthlessly aggressive decision maker who desperately desires to create the strongest, tallest, shiniest, and most awesome result – and who never thinks twice about the collateral damage he will leave behind. Tough. Bellicose. Threatening. Explosive.7
Ähnlich wie bei Barry Goldwater verschmolzen auch bei Trump das öffentliche Auftreten der Person, die in ihrer Biografie offenbarten Wesenszüge sowie die politischen Grundsätze und Ideen zu einem Amalgam aus politischer Andersartigkeit, das zutiefst bedrohlich erschien. Die Bewegung „Citizen Therapists Against Trumpism“ leitete aus dieser Bedrohungskonstellation einen übergreifenden Auftrag ab, der letztlich gar der Rettung der Vereinigten Staaten als freier westlicher Nation dienen sollte: „[W]e are alarmed by the rise of the ideology of Trumpism, which we see as a threat to the well-being of the people we care for and to American democracy itself. We cannot remain silent as we witness the rise of an American form of fascism.“8 Was stellte in diesem Verständnis „Trumpism“ da? Es handelte sich um eine Mischung aus rechtspopulistischer Rhetorik, aggressivem Nationalismus und konfrontativen Verhaltensweisen, die Trump im Umgang mit Gegner:innen und medialer Öffentlichkeit immer wieder offengelegt hatte. Wobei dieser Komplex aus politischen Ideen und sozialen Praktiken explizit als nicht singulär an die Person Trumps gebunden verstanden wurde, zumindest für die damals folgende Zukunft.9 In dieser Hinsicht wurde der historische Moment als exzeptionell gelesen, da hier vormals gültige Mechanismen des politischen Diskurses aus konkurrierenden, aber letztlich im politischen Wettbewerb legitimen Ordnungsvorstellungen außer Kraft gesetzt würden. Dies lag daran, dass die Ordnungsvorstellung „Trumpism“ jene Maschinerie Demokratie selbst außer Kraft zu setzen anstreben10: „Trumpism is qualitatively different.“11

Daraus leitete sich für „Citizen Therapists“ die Legitimation zum eigenen (demokratischen) Widerstand ab, da sie die Bewahrung der gesellschaftlichen Gesundheit auch als die soziale Pflicht ihrer Profession begriffen: „As therapists, we have been entrusted by society with collective responsibility in the arena of mental, behavioral, and relational health.“12 Jenes öffentliche Wohlergehen sei aber eben von einer freien, offenen Gesellschaft abhängig.13 Anders ausgedrückt: „Trumpism is inconsistent with emotionally healthy living – and we have to say so publicly.“14 “Citizen Therapists“ war mit über 2500 schriftlichen Unterstützer:innen der konzentrierte Versuch, als Gruppe von „mental health experts“ auf die Gefahren durch Trump aufmerksam zu machen. Ihr Initiator Doherty führte seine persönliche Motivation dabei auch auf das mahnende Beispiel von erstarkenden neo-faschistischen Gruppierungen in Europa zurück.15
Der 8. November 2016 setzte dieser Dynamik keineswegs ein Ende. Nachdem der erste Schock für eine Hälfte Amerikas etwas nachgelassen hatte, wandten sich am Ende diesen Monats drei Psychiatrie-Professor:innen in einem öffentlichen Brief an den scheidenden Präsidenten Barack H. Obama und verlangten, dass der gewählte Präsident Trump aufgrund seiner offensichtlichen Symptome vor dem Amtsantritt einer professionellen Untersuchung unterzogen werden müsse – mit offenen Konsequenzen. Die mitgelieferte Liste des Symptome war so divers wie beunruhigend, denn offensichtlich leide der Wahlsieger an: „grandiosity, impulsivity, hypersensitivity to slights or criticism, and an apparent inability to distinguish between fantasy and reality“.16 Einen Schritt weiter ging der klinische Psychologe John Gartner, der nach dem Amtsantritt des neuen Präsidenten eine Petition initiierte, die Trumps sofortige Entfernung aus dem Amt forderte; ausreichend Grund hierfür sei dessen „serious mental illness“. Die Möglichkeit und die Notwendigkeit gäbe hierzu Artikel 4 des 25. US-Verfassungszusatzes, „which states that the president will be replaced if he is ,unable to discharge the powers and duties of his office‘.“17 Bis zu ihrer Einstellung konnte die primär an „mental health professionals“ gerichtete Petition 70 270 Unterschriften sammeln.18 Gartner intensivierte sein Engagement kurze Zeit später und gründete die Organisation „Duty to Warn“19, die jene Forderung institutionalisieren sollte. Aus Sicht der Mitglieder überlagerte die übergreifende „Verpflichtung“ Alarm zu schlagen klar die Grundüberlegungen hinter der „Goldwater Rule“, da jene ohnehin als „not absolute“ anzusehen sei.20 Allerdings ließ sich, entgegen dem Anspruch auf eine dezidiert professionelle und verklausuliert apolitische Sichtweise, die Spannung zwischen einerseits objektiv abwägendem Experten und andererseits subjektiv empfindendem Staatsbürger bei einem Akteur wie Gartner nie auflösen. Bei dem von ihm vertretenen Anspruch schwang latent ebenso eine gewisse Anmaßung mit:
We’re talking about a need to warn all people that this person is a threat to world peace because of his psychiatric disorder because of our training and experience. For us to see the danger would be like being on a train and seeing someone with a bomb and not saying anything. But as professionals, we’re being told (by other Psychiatrists) if we see something, say nothing. I don’t want to have to answer my grandchildren who ask me what I did to respond to the war with China.21
Im April 2017 fand in den Räumlichkeiten der Yale School of Medicine eine Fachkonferenz unter dem Titel „Does Professional Responsibility Include a Duty to Warn?“ statt, die sich mit der Frage von öffentlichem Aktivismus in Bezug auf Trump befasste und dabei die gesellschaftliche Rolle von „mental health“ basal thematisierte. Allerdings war die Yale School of Medicine kein direkter Veranstalter; die dortige Mitarbeiterin und treibende Kraft Bandy X. Lee begründete dies später mit der Vorsicht vor drohender „Politisierung“ ihrer Heimatinstitution.22 Bei dieser Veranstaltung kamen auch durchaus kritische Stimmen zu Wort. So der Psychiater Charles Dike, der sich explizit zur „Goldwater Rule“ bekannte und nochmals betonte, dass das Verhalten ihrer Vorgänger im Jahr 1964 auch nach über 52 Jahren noch immer als falsch gelten müsse – auch oder gerade vor dem Hintergrund seines scheinbaren Wiedergängers Trump: „[H]e was a polarizing candidate who was extreme but that did not qualify our colleagues to make such firm statements without the benefit of an examination or any consent from Mr. Goldwater that he was not psychologically fit to be president.“23 Es war und sei schlicht nicht die Aufgabe von Psychiater:innen, ohne jegliches Mandat in den politischen Meinungsbildungsprozess oder gar die gesellschaftliche Ordnung als Ganzes einzugreifen, so Dike.24 Ihre gesellschaftliche Verantwortung bilde sich hier entgegen anderer fälschlicher Annahmen eben nicht im Kollektiv, sondern im Individuum ab: „The primary duty of a psychiatrist is to his patient. […] We do not owe society a primary duty.“25 Es ging damit um die Frage, inwieweit man institutionellen Ressourcen und die öffentliche Sprecherposition für letztendlich persönliche politische Überzeugungen nutzen dürfe. Wie „politisch“ dürfte die medizinische Wissenschaft sein?
Judith Herman, die Hauptinitiatorin des erwähnten Briefes an den scheidenden 44. US-Präsidenten, betonte umgekehrt in ihrem Redebeitrag, dass nur die politische Einflussnahme auf Seiten der Herrschenden oder des Staates ethisch zweifelhaft sei. Ein mahnendes Beispiel hierfür sei etwa die Verstrickung von sowjetischen „mental health experts“ in die Verfolgung von Dissident:innen durch die kommunistischen Behörden gewesen. Stelle man seine Expertise hingegen in die Dienste der Beherrschten und somit der Zivilgesellschaft, sei eine solche Partizipation keineswegs problematisch, sondern vielmehr obligatorisch. Zugespitzter formuliert heiligte dieser defensiv-emanzipatorische Ansatz in jenem Fall die Mittel und legitimiere somit die aktive politische Rolle von „mental health professionals“. Mit der Figur Donald J. Trump sei ein solcher Fall eingetreten.26 Ein naheliegendes Problem dieses Ansatzes lag darin, dass in einer Demokratie die Rollen der Herrschenden und der Beherrschten in sehr regelmäßigen Abständen getauscht werden können. Vor diesem Hintergrund merkte ein Zuschauer kritisch an, dass man auf diese Weise die Grenze zwischen Profession und subjektivem Aktivismus überschreite. Letzten Endes würde so die Spaltung der Nation weiter verstärkt, die deutlich tiefere Ursachen als Trump selbst habe. Es drehe sich um Basisprozesse, welche die gesamte amerikanische Gesellschaft berührten und die bereits vorher sichtbar geworden sein:
I’m just wondering if, as psychiatrists, you’ve ever considered the utility, perhaps, in examining the level of rage in this country. The marginalization, the racism, the fracturing of what we had considered as fairly stable values, as a recognition that Trump represents one manifestation of something that’s supported it in many different ways. And I just wondered if that approach, rather than an ad hominem [H.i.O.] approach, would give your voice more merit. […] I mean Trump wasn’t elected by a majority, but he was still elected. And the Electoral College carried it. And that’s our democracy. Yes. And I’m not sure that a continued attack on him does anything to repair the fractionation that put him in.27
References
- American Psychiatric Association (1973): The Principles of Medical Ethics. With Annotations Especially Applicable to Psychiatry, Arlington [2013 Edition], S. 9, Section 7.3.
- Siehe zu den Vorgängen im Detail: Martin-Joy, John (2020): Diagnosing from a Distance. Debates over Libel Law, Media, and Psychiatric Ethics from Barry Goldwater to Donald Trump, Cambridge, UK: Cambridge University Press, S. 45-134, https://doi.org/10.1017/9781108761222; ebenso: März, Constantin M. (2024): Politische Polarisierung in den USA, anno 1964. Barry M. Goldwater als Präsidentschaftskandidat und sein Gespenst, in: Zeithistorische Forschungen, 3/2023 (in Vorbereitung).
- Klitzman, Robert (2016): Should Therapists Analyze Presidential Candidates?, in: The New York Times [https://www.nytimes.com/2016/03/07/opinion/campaign-stops/should-therapists-analyze-presidential-candidates.html?ref=opinion], 07/03/2016 (letzter Zugriff: 15.10.2024).
- „When providing opinions of psychological characteristics, psychologists must conduct an examination ‚adequate to support statements or conclusions.‘ In other words, our ethical code states that psychologists should not offer a diagnosis in the media of a living public figure they have not examined.“, McDaniel, Susan H. (2016): Response to Article on Whether Therapists Should Analyze Presidential Candidates, in: apa.org, mittlerweile offline, aber über das Internet-Archiv “Wayback Machine” erreichbar, https://web.archive.org/web/20200620094030/https://www.apa.org/news/press/response/presidential-candidates, 14/03/2016 (letzter Zugriff: 15.10.2024).
- „[T]he Goldwater Rule is more important than ever. The complexity of today’s media environment demands that we take special care when speaking publicly about mental health issues, particularly when what we say has the potential to damage not only our professional integrity, but the trust we share with our patients, and their confidence in our abilities as physicians.“, Oquendo, Maria A. (2017): APA Remains Committed to Supporting Goldwater Rule, in: Psychiatry [https://www.psychiatry.org/news-room/apa-blogs/apa-blog/2017/03/apa-remains-committed-to-supporting-goldwater-rule], 16/03/2017 (letzter Zugriff: 15.10.2024).
- Exemplarisch: Alford, Henry (2015): Is Donald Trump Actually a Narcissist? Therapists Weigh In!, in: vanityfair.com, 11.11.2015, URL: https://www.vanityfair.com/news/2015/11/donald-trump-narcissism-therapists, [letzter Zugriff: 15.10.2024]; Barber, Nigel: Does Trump Suffer from Narcissistic Personality Disorder? (2016), in: Psychology Today [https://www.psychologytoday.com/us/blog/the-human-beast/201608/does-trump-suffer-narcissistic-personality-disorder], 10/08/2016 (letzter Zugriff: 15.10.2024); Gartner, John D. (2016): What is Trump’s Psychological Problem?, in: HuffPost [https://www.huffpost.com/entry/what-is-trumps-psychological-problem_b_57576794e4b0527b29ffe3a2], 09/06/2016 (letzter Zugriff: 15.10.2024); McAdams, Dan P. (2016): The Mind of Donald Trump, in: The Atlantic, Juni 2016, S. 76-90; Zur zeitgenössischen Debatte und den offensichtlichen Parallelen zum Fall Goldwater siehe beispielsweise: Carey, Benedict (2016): The Psychiatric Question: Is It Fair to Analyze Donald Trump From Afar?, in: The New York Times [https://www.nytimes.com/2016/08/16/health/analyzing-donald-trump-psychology.html], 15/08/2016 (letzter Zugriff: 15.10.2024).
- McAdams 2016, S. 81.
- Die ursprünglich vom Psychotherapeuten und Buchautoren William J. Doherty ins Leben gerufene Sammelbewegung betrieb eine Website, die mittlerweile vom Netz genommen wurde. Durch das Internet Archiv „Wayback Machine“ ist aber etwa das Manifest weiter zugänglich: Citizen Therapists Against Trumpism (2016): A Public Manifesto, Version 25.10.2016, [https://web.archive.org/web/20161025145506/http://citizentherapists.com/manifesto/], (letzter Zugriff: 15.10.2024), das Zitat findet sich dort.
- Ebd.: „Trumpism is an ideology, not an individual, and it may well endure and grow after the Presidential election even if Donald Trump is defeated. (Variants can be seen all over Europe.) Trumpism is a set of ideas about public life and a set of public practices characterized by: Scapegoating and banishing groups of people who are seen as threats, including immigrants and religious minorities. Degrading, ridiculing, and demeaning rivals and critics. Fostering a cult of the Strong Man who: Appeals to fear and anger / Promises to solve our problems if we just trust in him / Reinvents history and has little concern for truth / Never apologizes or admits mistakes of consequence / Sees no need for rational persuasion / Subordinates women while claiming to idealize them. Disdains public institutions like the courts when they are not subservient / Champions national power over international law and respect for other nations / Incites and excuses public violence by supporters.“
- Ebd.
- Ebd.
- Ebd.
- Ebd.
- Ebd.
- Doherty, William J. (2020): My Journey as a Citizen Therapist, in: Journal of Humanistic Psychology, Heft 60, Nr. 4, S. 477-487, hier: S. 483, https://doi.org/10.1177/0022167819899594, die Zahl geht auf Dohertys Aussage zurück.
- Greene, Richard (2016): Is Donald Trump Mentally Ill? 3 Professors of Psychiatry Ask President Obama to Conduct ‘A Full Medical And Neuropsychiatric Evaluation’ in: HuffPost [https://www.huffpost.com/entry/is-donald-trump-mentally_b_13693174], 17/12/2016 [Update 18.12.2017] (letzter Zugriff: 15.10.2024).
- Gartner, John (2017): Mental Health Professionals Declare Trump is Mentally Ill and Must Be Removed, in: www.change.org [https://www.change.org/p/trump-is-mentally-ill-and-must-be-removed?source_location=minibar], 26/01/2017 [Start der Petition] (letzter Zugriff: 15.10.2024).
- Anzahl der Unterschriften zum Stand 15.10.2024, siehe: ebd.
- Die Gruppe „Duty to Warn“ betrieb eine Website, die mittlerweile vom Netz genommen wurde. Durch das Internet Archiv „Wayback Machine“ ist sie zum Teil aber weiter zugänglich: http://web.archive.org/web/20171128200039/http://www.adutytowarn.org/, 28/11/2017 (letzter Zugriff: 15.10.2024).
- Ebd.
- [o.V.] (2017): Dr. John Gartner: “We Have a Duty to Warn the World About Donald Trump”, in: change.org [https://www.change.org/l/us/dr-john-gartner-we-have-a-duty-to-warn-the-world-about-donald-trump], 22/03/2017 (letzter Zugriff: 16.10.2024).
- Lee, Bandy X. (2017): Introduction: Our Duty to Warn in: Dies. (Hg., 2017): The Dangerous Case of Donald Trump: 27 Psychiatrists and Mental Health Experts Assess a President, New York: St. Martin´s Press, S. 11-22, hier S. 14.
- [o.V.] (2017): Transcript of the Duty to Warn Conference, Yale School of Medicine [https://static.macmillan.com/static/duty-to-warn-conference-transcript.pdf], 20/04/2017 (letzter Zugriff: 16.10.2024), S. 2.
- Ebd., S. 3: „We are not the police. We are not criminal justice elements. We are psychiatrists. We are physicians. Our right, our goal, is to decrease suffering and to help our patients get better.“
- Ebd., S. 2.
- Ebd., S. 3f.
- Anonymisierter Zuschauer, ebd., S. 11.
SUGGESTED CITATION: März, Constantin M.: „Goldwater Rule“ und „Trump Duty“ I, Über die Grenzen des medizinisch-wissenschaftlichen Aktivismus, in: KWI-BLOG, [https://blog.kulturwissenschaften.de/goldwater-rule-und-trump-duty-i/], 04.11.2024