Mona LeinungKLIMA

Hello darkness my old friend

Hello darkness my old friend Über Natur und Traurigkeit Erschienen in: KLIMA Von: Mona Leinung

Mit dem Menschen, behauptete Jean-Jacques Rousseau, verhält es sich ungefähr so: Dem stumpfen, aber selbstgenügsamen Naturzustand entwachsen, stürmt dieser in die Welt, um sie sich untertan zu machen, angetrieben durch den unstillbaren Drang, sich selbst zu vervollkommnen. Dabei schlägt er in einer Mischung aus Größenwahn, Gier und Ungeschick die Hälfte seiner Umwelt kaputt und kurze Zeit später tut es ihm leid. Manchmal sind die Sachen, die er zerstört, nur selbstgemachte Dinge, die sich neu anfertigen lassen. Manchmal ist es aber auch ein Stück Natur, das verloren geht. Dann erschrickt der Mensch vor sich selbst, erkennt „die augenscheinlichsten Ursachen allen Jammers“1 und wird von einer heftigen Traurigkeit heimgesucht. Über 200 Jahre später aktualisiert Bruno Latour dieses Gefühl, wenn er schreibt, dass sich die selbstverschuldete Klimakrise für den Menschen als radikaler und äußerst schmerzlicher Heimatverlust ereigne.2

Nun haben ökologische Theorien der Gegenwart gerade diese Vorstellung einer unversehrten, wilden oder ‚unschuldigen‘ Natur, zu der sich homo faber Zeit seines Lebens zurücksehnt, stark kritisiert, ja gar den Naturbegriff als solchen grundsätzlich in Frage gestellt.3 Das mag angesichts allerlei ideologischer Vereinnahmungen von nationalistischer Begeisterung über romantische Naturverklärung bis zu pathologischen Normsetzungen berechtigt erscheinen. Auch wird wohl niemand bestreiten, dass der Begriff ‚Natur‘ häufiger als Containerimagination oder Slogan auftritt („Zurück zur Natur!“) denn als klar umrissener Terminus. Was aber bei allen Schablonen von Natur und Mensch ungebrochen fortbesteht, ist das eigenartige Verhältnis zur Traurigkeit, das solche Diskurse über die Verluste von Naturräumen durchzieht – heute insbesondere und drängend im Angesicht der Klimakrise.4

Das wirft einige Fragen auf: Wenn Natur eher eine metaphysische Überspanntheit ihrer Interpret:innen ist, was ist das dann für ein Gefühl, das zuletzt mit den sperrigen Worten ‚Klimatrauer‘, ‚Umweltdepression‘ oder ‚Ökoangst‘ bezeichnet wurde? Es scheint nämlich alles andere als klar, worauf sich die Trauer eigentlich richtet: auf das Verschwinden der Korallenriffe, der Gletscher, der Mammutbäume, der Regenwälder, also kurz auf die tatsächlich zu verzeichnende Zerstörung der Ökosysteme? Wenn Inuit-Communities im Gebiet Nunatsiavut (Kanada) nicht länger in ihren vereisten Lebensräumen jagen und fischen können, mag ecological grief tatsächlich ein adäquater Beschreibungsmodus sein,5 aber gilt das auch für den sonntäglichen Spaziergang durch die brandenburgischen Wälder oder die Skiurlaube im österreichischen Vorarlberg? Wie existenziell muss der Verlust sein, damit er als traurig empfunden wird? Oder richtet sich die empfundene Trauer eher auf Erwartungen hinsichtlich der Zukunft, auf antizipierte Verluste, die uns vielmehr in der Zeitform des Futur Zwei begegnen: Wir werden verloren haben. Klimatraurigkeit wäre dann so etwas wie der Abwehrzauber des süßbittren Vorausleidens, der Drang, das Befürchtete durch gedankliche Vorwegnahme irgendwie verhindern zu wollen.

Allerdings: Alles, wovor wir uns fürchten, passiert bereits jetzt irgendwem. Und die Effekte der Erderwärmung kommen wohl kaum aus der Zukunft, sondern vielmehr aus vergangenen Handlungen. Vielleicht ist es damit auch eher ein indirekt empfundener Verlust über verpasste Chancen und die bisher verstrichene Zeit: all die Jahre, in denen wir nichts taten, all die Orte, die ich nie sah. Im Französischen heißt dieser schwere Gefühlskomplex la folie russe und tatsächlich ist die russische Literatur getränkt von dieser konkreten Melancholie. Nur: Wie konkret kann ein Gefühl sein, wenn es sich um eine Katastrophe ohne konkretes Ereignis handelt? „Climate is what we expect, weather is what we get“6 lautet ein viel zitiertes Diktum von Robert Heinlein. Wo sich einzelne Wetterphänomene wie Stürme, Überschwemmungen und Dürren zwar in Bildern und Situationen zeigen, ist das Klima hingegen nichts, was uns tatsächlich begegnet oder abhandenkommt. Es bewegt sich im Raum der Erwartungen und Wahrscheinlichkeiten und äußert sich als ein schleichender, latenter Prozess. Ist die Klimatrauer damit vielleicht eher eine vage Unruhe angesichts der sich allmählich verschiebenden Durchschnitte und Kurven, deren Anstieg sich trotz 30 Jahren Klimapolitik nicht bremsen lässt?

Anders gewendet: Geht es hier vielleicht doch um den Verlust von Handlungsmöglichkeiten, um das autonome Selbstbild mit seinen Parolen von Gestalt- und Steuerbarkeit, das sich immer mehr als Illusion entpuppt, ja gar um das gesamte porös gewordene Fortschrittsversprechen der Moderne? Schon bei Rousseau können wir die Frage stellen, ob hier nur die verlorengegangene Natur betrauert wird oder nicht eigentlich doch auch der Mensch, der dumme, kleine Mensch, der nun mal nicht aus seiner Haut kann und der heute mit dem Klimakollaps ebenso vom Untergang bedroht ist wie alle anderen Tierarten. Die Klimatraurigkeit wäre dann im Grunde so etwas wie das Symptom einer weiteren narzisstischen Kränkung darüber, dass der Mensch sich, mit Nietzsche gesprochen, in einer „hochmüthigsten und verlogensten Minute der Weltgeschichte“ so aufgeführt hat, „als ob die Angeln der Welt sich in ihm drehten“.7

Weil das Feld der klimatischen Trauerphänomene so zerrupft und unumzäunt erscheint, schleicht sich damit aber auch ein anderes Problem in die Debatte ein, nämlich nicht nur die Frage, was denn hier eigentlich genau betrauert wird, sondern auch, ob es sich bei diesen negativ bewerteten Verlusterfahrungen überhaupt um Trauer handelt oder nicht vielmehr um die angrenzenden Zwillingskategorien von Melancholie, Nostalgie, Mitleid oder gar Sorge.8 So hat zum Beispiel der australische Naturphilosoph Glenn Albrecht kürzlich den Neologismus ‚Solastalgie‘ geprägt, um das Trauma zu beschreiben, das durch den Verlust der vertrauten ökologischen Umwelt entsteht.9 Das Wort ist eine Zusammensetzung aus dem lateinischen solacium (Trost) und dem griechischen algia (Leid) und ließe sich vielleicht am ehesten mit ‚Leiden an Trostlosigkeit‘ übersetzen. Das mag recht gut beschreiben, was Menschen angesichts einer sterbenden Welt befällt. Es unterschlägt aber – wie Eva von Redecker zu Recht anmerkt – sowohl die Welt oder Natur, auf die sich die Sehnsucht richtet, wie auch den Grund ihres Verlusts.10 Stattdessen verharrt der Begriff mit seinem gewollten Anklang an die Nostalgie im nebulösen Stimmungsspektrum der Melancholie, das irgendwo zwischen Mollkitsch und Selbstmord die Vorstellung nährt, dieses Leiden sei schlicht ein temporärer Zustand, den man irgendwie ertragen oder gar andächtig genießen müsse.

Der Solastalgie bleibt damit ähnlich wie der Schwermut, Wehmut und Sehnsucht latent der Vorwurf eingeschrieben, eigentlich ohne konkreten Anlass zu sein. Die Melancholikerin weiß nicht recht, was sie verloren hat, während – nach kanonischer Unterscheidung von Sigmund Freud – dem Trauernden das verlorene Objekt in der Trauer klar und konkret vor Augen steht.11 Das scheint im Falle der vielschichtigen Klimaängste wohl kaum der Fall zu sein. Hier gleicht die Situation eher dem unklaren Schicksal eines Verschollenen, das die Angehörigen in einem diffusen Alptraum aus banger Hoffnung und verwehrter Trauer gefangen hält. Wenn die Trauer aber nicht bearbeitet oder überwunden werden kann, wird sie zur niedergeschlagenen Stimmung ohne Zeitmaß, zur „krankhaften Melancholie“, wie Freud schreibt, die nicht mehr vergeht und sich stattdessen als stabile Beziehung zur Welt einrichtet.12 Es scheint vieles dafür zu sprechen, dass die ökologische Trauer daher viel mehr eine ökologische Melancholie ist. Allerdings müsste man gerade mit und gegen Freud fragen: Ist diese Beziehung zur Welt vielleicht die einzig angemessene, also vielmehr ein neuer realistischer Modus, in den es sich einzurichten gilt?

Die ökologische Melancholie scheint immerhin eine Verlusterfahrung zu sein, die – wie oben angedeutet – nicht einfach nur Gewesenes betrauert, sondern vielmehr in komplexe Temporalstrukturen eingebettet ist, in der alle drei Zeitebenen aufeinander bezogen bleiben. Als Trauer oder Wehmut, die sich tendenziell auf Vergangenes richtet (abhanden gekommene Ideale, Selbstbilder oder Orte); als Mitleiden oder Wehklage an primär Aktuellem (der Schnee schmilzt, die Schwalben sterben, die Wälder brennen) und als Sorge um Zukünftiges (welche Welt werden wir hinterlassen?). Letztere, die Sorge, war für den Philosophen Martin Heidegger nicht einfach eine bestimmte Verhaltensweise oder Befindlichkeit, sondern vielmehr so etwas wie die Grundverfasstheit des menschlichen Daseins, das nie nur an den Moment gebunden, sondern immer schon „über sich hinaus“ auf seine Möglichkeiten verwiesen ist.13 Gleichzeitig ist das Leben immer ein Schon-Sein-in: In eine vorgegebene Welt geworfen, finden wir uns als handelnde Wesen in einem Gesamtzusammenhang, der uns immer vorgängig bleibt und aus dem heraus wir uns überhaupt erst verstehen können.14 Sorge zu tragen, bedeutet damit, die Zeitlichkeit des Daseins ernst zu nehmen und sich in diese Welt eingelassen zu wissen. Damit kann wohl kaum gemeint sein, sich in eine Gewaltgeschichte des folgenreich fehlgedeuteten Imperativs ‚Macht euch die Erde untertan!‘ einzuschreiben. Vielmehr müsste es heute darum gehen, dass der Mensch im Hinblick auf die drohende Zerstörung seines Lebensraums auch ein neues Bild von sich selbst entwerfen muss. Im Kern handelt es sich bei der Klimatraurigkeit also immer auch um einen Identitätsverlust.

Damit stellt sich auf der grundbegrifflichen Ebene nicht nur die Frage nach dem Was, sondern auch nach dem Wer: Wer verliert eigentlich? Verlusterfahrungen von Gruppen mit Kollektivbewusstsein wie ehemalige Industriearbeiter, Katholiken oder Geflüchtete sind uns gut bekannt, aber funktioniert das auch für den Menschen als totale Kollektivgröße? Wenn hier nämlich der Mensch als anthropos auf der Skala der Tiefenzeit angesprochen ist, verwässert sich dann seine Traurigkeit letztlich nicht doch zu einer Form des vorsprachlichen Heimwehs, das immer wieder als tragische Grundbedingung des Menschseins bemüht wurde: Der Fall aus dem Paradies oder dem Naturzustand, das Brecht’sche ‚Etwas fehlt‘, die ewige Fremdheit, ja letztlich das Leiden an Bewusstsein?

Ein weiteres Problem scheint zu sein, dass auf dieser Super-Makroebene des Verlusts auch die sogenannte dritte Instanz wegfällt, die der Soziologe Andreas Reckwitz für eine wichtige Position innerhalb der Verlustkonstellationen hält und die entweder als Beobachtungsinstanz, als Schuldinstanz oder als Gewinninstanz in Erscheinung tritt.15 In der ökologischen Trauer müssen die Trauernden von all diesen Posten gleichzeitig sprechen, sie werden Opfer und Täter zugleich, sie müssen für sich selbst und für andere sprechen (bedrohte Tierarten, Bäume, Ungeborene, den gesamten Planeten) und letztlich auch zum Richter über die miteinander kämpfenden Legitimitätsansprüche werden. Dieses In-Eins-Fallen der verschiedenen Verlustpositionen erschwert die Responsibilisierung und Kompensation der ökologischen Traurigkeit. Diese scheint nur da wirklich möglich, wo der Mensch nicht länger als Pauschalgröße auftritt, sondern Instanzen von Schuld, Gewinn und Verlust in Subjektgrößen von Unternehmen, Wirtschaftssektoren und Ländern ermittelt werden, die dann rechtlich restituiert werden können und so überhaupt die Möglichkeit einer Aussöhnung bergen.

Bleibt zuletzt die Frage nach dem Wie: Denn trotz aller Uneindeutigkeiten wird das Trauern um die sterbende Welt ja doch gesellschaftlich gestaltet. Wenn sie uns alle betrifft, können wir die Traurigkeit dann vielleicht teilen, organisieren, kann sie uns als Gesellschaft versammeln, vereinen? Welche Praktiken des doing loss bilden sich heraus, oder anders: Wie lassen sich diese ökologischen Verlusterfahrungen kulturell oder politisch transformieren? War für Freud der Grund jeglicher Traurigkeit einzig im Individuum selbst zu verorten, das fortan auf sich gestellt ‚Trauerarbeit‘ zu leisten hatte, so bringt die gemeinschaftlich empfundene Melancholie heute ja gerade auch Formen von Solidarität und Protest hervor. In den klimapolitischen Bewegungen wie Fridays for Future oder der Letzten Generation geht es um die gesellschaftliche Anerkennung dieser kollektiven Verlusterfahrung und um daraus resultierende Kompensationsziele, es geht aber auch darum, der ökologischen Traurigkeit überhaupt Ausdruck zu verleihen. Daher sind Sprache und Symbolik auf den Klimaprotesten auch alles andere als zuversichtlich. Plakate zeigen den Planeten mit dicken kullernden Tränen, Banner tragen die Aufschrift „We’re fucked“ oder „We will die of climate change“. Bei Gletscherbegräbnissen in Island, Oregon und der Schweiz werden Trauerreden, Schweigeminuten und schwarze Schleier rituell in Szene gesetzt. Das lässt allzu schnell den Vorwurf laut werden, im sentimentalen Erleiden zu verharren, anstatt praktische Lösungen vorzubringen.16 Ja mehr noch scheint bei diesen Verlustprotesten der Glaube an eine bessere Zukunft zugunsten einer fatalen Zustandsdiagnose Platz gemacht zu haben, auch hier mit dem typisch melancholischen Fluchtpunkt: „Alles verloren“.

„Die Hoffnung zu verlieren ist aber nicht nur eine Geschichte des Verlusts. Es ist auch eine neue Geschichte“17 – vielleicht eine, in der die soziale Praxis der Moderne nicht länger vom Modell der normativen Verbesserung geprägt ist und Verlorengegangenes achselzuckend als Kollateralschaden verbucht wird. Noch einmal Reckwitz: „Wie kann eine Gesellschaft, die auf die Aussicht auf ein „Besser“ und „Mehr“ geeicht ist, sich in die Lage versetzen, mit Verlusten umzugehen? Wenn nicht alles täuscht, stellt sich dies als eine politische und kulturelle Kernfrage des 21. Jahrhunderts dar.“18 In diesem Sinne liefern die Trauergebärden und Klage-Proteste einen wichtigen Beitrag zur narrativ-ästhetischen Verlustverarbeitung moderner Gesellschaften. Vielleicht ist die ökologische Melancholie daher so etwas wie ein Larvenstadium, das den Kipppunkt markiert, an dem sich unsere Wehmut in Kreativität und Solidarität verwandeln kann, statt in Verzweiflung, Trägheit und Gleichgültigkeit zu versanden.

Denn Trauer, Melancholie und Narzissmus hin oder her: Dem Erleben von Vergeblichkeit bleibt immer auch die Möglichkeit des Wollens eingeschrieben, ja solange etwas vergeblich wirkt, ist es eigentlich nie ganz besiegelt. Gerade da, wo die Welt uns als trostlos erscheint, behält sie doch die Spannung von Erwartung und Enttäuschung. Immer bleibt der Abstand zum erhofften Besseren oder Ideal noch präsent, und zwar in allen drei Zeitformen: ‚Alles hätte anders laufen müssen!‘, ‚Alles müsste anders sein!‘, ‚Alles müsste anders werden!‘ Wo diese Differenzdynamik zu verzeichnen ist, bleibt die ökologische Melancholie eine Chance. Nicht nur eine Chance, die erwartbaren Folgen des Klimawandels präventiv anzugehen, sondern vor allem eine Chance, unser Fortschrittsverständnis neu zu kalibrieren und unseren Sinn für Verletzlichkeit zu schärfen – eine Verletzlichkeit, die schließlich alle betrifft. Die Natur, den Menschen und unsere Demokratie.

References

  1. Rousseau, Jean-Jacques (1978): Schriften, Bd. 1, München: Hanser, S. 280.
  2. Latour, Bruno (2019): Der Planet rebelliert. Der Boden unter unseren Füßen schwindet, in: DIE ZEIT [https://www.zeit.de/2019/12/heimat-begriff-globalisierung-nationalstaaten-herausforderung], 18/03/2019 (letzter Zugriff: 18.03.2024).
  3. Vgl. u.a. Morton, Timothy (2016): Ökologie ohne Natur. Übers. von Dirk Höfer, Berlin: Matthes & Seitz; Daston, Lorraine (2018): Gegen die Natur. Übers. von Dora Fischer-Barnicol, Berlin: Matthes & Seitz; oder auch Latour, Bruno (2020): Kampf um Gaia. Acht Vorträge über das neue Klimaregime. Übers. von Achim Russer u. Bernd Schwibs, Berlin: Suhrkamp.
  4. Das Thema findet nicht nur in journalistischen oder populärwissenschaftlichen Medien statt, sondern wird vermehrt auch in medizinischen Studien fokussiert: Die US-Organisation American Psychological Association untersucht die psychischen Auswirkungen des Klimawandels [https://www.apa.org/news/press/releases/2017/03/mental-health-climate.pdf]. Das Umweltbundesamt Berlin widmet sich in der Studie „Klimawandel – physische und psychische Folgen“ den seelischen Beeinträchtigung durch den Klimawandel [https://link.springer.com/article/10.1007/s00103-017-2548-3].
  5. Siehe hierzu auch den sehr lesenswerten Beitrag auf dem KWI-Blog von Antje Schmidt: Das Rinnen des Ungeheuren. Ökologische Trauer in der Gegenwartslyrik, in: KWI-BLOG [https://blog.kulturwissenschaften.de/das-rinnen-des-ungeheuren/], 15/01/2024, https://doi.org/10.37189/kwi-blog/20240115-0830 (letzter Zugriff: 18.03.2024).
  6. Robert Heinlein zit. nach Horn, Eva (2014): Zukunft als Katastrophe, Frankfurt a. M.: S. Fischer, S. 110.
  7. Nietzsche, Friedrich (2015 [1873]): Über Wahrheit und Lüge im außenmoralischen Sinne, Stuttgart: Reclam, S. 9.
  8. Die Frage ließe sich auch ausdehnen auf Kategorien wie Schrecken und Horror: vgl. Thacker, Eugene (2020): Im Staub dieses Planeten. Horror der Philosophie. Übers. von Frank Born, Berlin: Matthes & Seitz. Ich danke Matthias Gründig für diesen Hinweis.
  9. Albrecht. Glenn et al. (2005): Solastalgia: a new concept in human health and identity, in: PAN (Philosophy, Activism, Nature), Heft 3, S. 41–55.
  10. Redecker, Eva von (2023): Bleibefreiheit, Frankfurt a. M.: S. Fischer, S.19.
  11. Freud, Sigmund (1946 [1917]): Trauer und Melancholie, in: ders.: Gesammelte Werke, Bd. 10: Schriften aus den Jahren 1913–1917, London: Imago Publishing, S. 428–446.
  12. Ebd.
  13. Vgl. Heidegger, Martin (2006 [1927]): Sein und Zeit, Tübingen: Niemeyer, § 42, S.192.
  14. Vgl. ebd.
  15. Reckwitz, Andreas (2021): Auf dem Weg zu einer Soziologie des Verlusts, in: Soziopolis: Gesellschaft beobachten [https://www.soziopolis.de/auf-dem-weg-zu-einer-soziologie-des-verlusts.html], 06/05/2021 (letzter Zugriff: 18.03.2024).
  16. Eine Kritik, der sich auch Svenja Engelmann-Kewitz in ihrem Blog-Beitrag über die Faszination von Eisflächen anschließt: Kryosphäre in der Krise. Gletscherschmelze und die letzte Erhabenheitserfahrung. in: KWI-BLOG [https://blog.kulturwissenschaften.de/kryosphare-in-der-krise/], 18/12/2023 (letzter Zugriff: 18.03.2024).
  17. Bovermann, Philipp (2019): Lasst alle Hoffnung fahren, in: Süddeutsche Zeitung [https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/kultur/lasst-alle-hoffnung-fahren-e448817/], 21/05/2019, https://doi.org/10.37189/kwi-blog/20231218-0800 (letzter Zugriff: 18.03.2024).
  18. Reckwitz, Andreas (2023): So kriegen wir das hin, in: 55 Voices for Democracy, Süddeutsche Zeitung [https://www.sueddeutsche.de/kultur/andreas-reckwitz-verluste-forstschritt-1.5710889], 08/01/2023 (letzter Zugriff: 18.03.2024).

SUGGESTED CITATION: Leinung, Mona: Hello darkness my old friend. Über Natur und Traurigkeit, In: KWI-BLOG, [https://blog.kulturwissenschaften.de/hello-darkness-my-old-friend/], 29.04.2024

DOI: https://doi.org/10.37189/kwi-blog/20240429-0830

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